Gesetzliche und private Krankenversicherung

Private Krankenversicherung vergleichenDer Zugang zu einer der privaten Krankenversicherungen ist nur einem vergleichsweise kleinen Personenkreis möglich, der bereits auf der Startseite erläutert wurde. Kunden, die eine private Krankenversicherung suchen, die ihre Bedürfnisse so gut wie möglich abdeckt, sollten dies mit der Unterstützung durch einen Versicherungsvergleich im Internet tun. Die privaten Krankenversicherungen sind sehr unterschiedlich organisiert: Es handelt sich bei den meisten von ihnen um Aktiengesellschaften (AG) oder Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG). Bei einer AG steht das Kapital im Vordergrund, bei einer VVaG das Prinzip der Gegenseitigkeit, was auch durch das Entscheidungsinstrument der Mitgliedervertreterversammlung als höchstem Organ deutlich wird. Etwa 52 % der Krankenversicherer sind als VVaG organisiert.
Nur sehr wenige (private) Krankenversicherer haben als bundesunmittelbare Körperschaften des öffentlichen Rechts einen besonderen Status, da sie in der Rechtsnachfolge für frühere Bundesbehörden tätig sind. Dabei handelt es sich um die „Krankenversorgung der Bundesbeamten“ und die „Postbeamtenkrankenkasse“. Sie haben einen geschlossenen Mitgliederbestand und können darum nicht in einen Versicherungsvergleich einbezogen werden.

Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherungen

Die privaten Krankenversicherungen haben ihr Leistungsspektrum in zwei Bereiche unterteilt:

Private Krankenversicherung - Krankenvollversicherung

Der jeweilige Leistungsumfang der einzelnen Versicherungsunternehmen unterscheidet sich deutlich. Die Minimalleistung entspricht im Großen und Ganzen dem Angebot von gesetzlichen Krankenversicherungen, einige private Krankenversicherer gehen jedoch über dieses Leistungsniveau hinaus. Bereits hier sollten Versicherungskunden bei einem Versicherungsvergleich sehr genau die Angebote gegeneinander abwägen. Es hilft, sich vorab diejenigen Leistungskriterien zu notieren, auf die man besonderen Wert legt, und diese nach ihrer Wichtigkeit für die eigenen Bedürfnisse zu sortieren. Mit dieser kurzen Vorbereitung ist ein Versicherungsvergleich effektiver, weil bei der Vielzahl der in den Angeboten dargestellten Einzelleistungen die relevanten Fakten leicht übersehen werden können.

Zu den Vollversicherungen gehören auch die Teilversicherungen:
Diese Variante richtet sich an Versicherte, die ihren Krankenkostenschutz nicht zu 100 % über die private Krankenkasse absichern wollen, weil ihnen auch aus einem anderen Rechtsverhältnis heraus Leistungen im Krankheitsfall zustehen. Das betrifft speziell Beamte, die aufgrund ihres Status‘ durch eine beamtenrechtliche Beihilfe unterstützt werden. Ein ausführlicher Artikel hierzu wird auf unserer Partnerseite www.kv360.de bereitgestellt.

Private Krankenversicherung - Zusatzversicherungen

Zusatzversicherungen werden von den privaten Krankenversicherungen grundsätzlich für Versicherte aller Krankenkassen angeboten, also auch den gesetzlich Krankenversicherten. Hier können sich die Kunden gegen Risiken absichern, die innerhalb des Basistarifs ihres jeweiligen Versicherers nicht abgedeckt sind. Die bekanntesten Zusatzversicherungen werden im Artikel „Keine Zusatzversicherung ohne einen Versicherungsvergleich“ erläutert.

Die Höhe der Versicherungsbeiträge hängt bei der privaten Krankenversicherung von den individuellen Voraussetzungen der Versicherungskunden ab und spiegelt das Versicherungsrisiko wider, das die Krankenversicherung in jedem Versicherten sieht. Zu den wichtigsten Berechnungsgrößen gehören daher das Alter, der aktuelle Gesundheitszustand und die gesundheitliche Vorgeschichte, der derzeitige Beruf sowie mögliche Risiken aufgrund bestimmter Erkrankungen von Familienmitgliedern. Da das Solidarprinzip im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen keine Rolle spielt, ist die Höhe des Einkommens unerheblich. Die Beiträge werden anhand der Barwertmethode ermittelt und müssen nach den Vorgaben der Kalkulationsverordnung (KalV) berechnet werden. Auf diese Weise ist es den Versicherungsunternehmen möglich, Rückstellungen zu bilden, die verzinst werden und die mit dem steigenden Lebensalter zunehmenden Krankenkosten auffangen sollen. Nur mithilfe eines Versicherungsvergleichs kann es Kunden gelingen, die für sie günstigste private Krankenversicherung zu finden. Er liefert in wenigen Sekunden einen Überblick über die infrage kommenden Krankenversicherungen.

Beitragssonderformen in der privaten Krankenversicherung

Private Krankenversicherung - Basistarif

Der Basistarif darf den Höchstbeitrag einer gesetzlichen Krankenversicherung nicht überschreiten und beträgt aktuell 662,48 Euro (2019). Bei einer nachgewiesenen Hilfebedürftigkeit wird er um 50 % reduziert. Sollte dann immer noch Hilfebedürftigkeit bestehen, wird die Beitragszahlung vom Träger der Grundsicherung oder Sozialhilfe übernommen. Der Basistarif wurde zum 1. Januar 2009 eingeführt und für Personen vorgesehen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben und

  • sich nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern müssen oder
  • die bereits privat krankenversichert waren oder
  • systematisch der privaten Krankenversicherung  zugeordnet werden müssen.

Dieser Personenkreis hat das Recht, zum Basistarif aufgenommen zu werden, das Erheben von Leistungsausschlüssen oder Risikozuschlägen ist nicht erlaubt.

Private Krankenversicherung - Notlagetarif

Für privat Krankenversicherte in einer wirtschaftlichen Problemsituation gibt es seit dem 1. August 2013 den Notlagentarif. Für dessen Dauer ruht der alte Versicherungsvertrag, der Versichert erhält für den Versicherungsbeitrag zwischen 100 und 126 Euro ein deutlich gestrafftes Leistungsspektrum.  Da diese beiden Tarifvarianten nicht als reguläre, sondern nur als Tarife in schwierigen Lebenslagen eingeführt wurden, sind sie nicht Bestandteil eines Versicherungsvergleichs.

Private Krankenversicherung für Studenten

Tarife für Studenten sind bei den privaten Krankenversicherungen unterschiedlich strukturiert. Dieses Thema wird sehr anschaulich auf unserer Partnerseite www.kv360.de behandelt.

Gesundheitsfragen in der privaten Krankenversicherung

Wie bei anderen auf dem Merkmal von Versicherungsrisiken basierenden Versicherungsarten kommt ein Vertrag mit einer privaten Krankenversicherung erst dann zustande, wenn die im Gesundheitsfragebogen aufgeführten Ärzte vorab von ihrer Schweigepflicht entbunden worden sind. So kann das Versicherungsunternehmen die Angaben ihres Kunden vor dem Vertragsabschluss überprüfen und hat auch im Fall einer (schwereren) Erkrankung die Möglichkeit, sich auf der Basis der Auskünfte der behandelnden Mediziner ein umfassendes Bild von der Erkrankung zu machen und ggf. ihre Leistung zu verweigern. Deshalb sollten privat Krankenversicherte unbedingt wahrheitsgemäße Angaben über ihren Gesundheitszustand machen.

Versicherungsvergleich der privaten Krankenversicherungen

Ein Versicherungsvergleich bietet sich auch dazu an, Klauseln von vornherein einzubeziehen oder auszuschließen. So ist es z. B. bei vielen Versicherern möglich, den Beitrag zu reduzieren, wenn vom Versicherten im Gegenzug das Einverständnis zu reduzierten Leistungen bei Behandlungs-, Heilmittel- oder Medikamentenkosten gegeben wird. Andere Versicherungsunternehmen bieten ihren Kunden Beitragsrückzahlungen an, wenn in einem bestimmten Zeitraum keine Leistungen aus der Krankenversicherung in Anspruch genommen wurden. Ob sich der einzelne Versicherte mit solchen Bedingungen anfreunden kann, muss er selbst entscheiden. Ein Versicherungsvergleich trägt jedoch dazu bei, die Leistungen der privaten Krankenversicherungen transparent zu machen.

 

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