Gesetzliche und private Krankenversicherung

Krankenkassen vergleichenDie gesetzlichen Krankenkassen haben nach dem SGB V einen einheitlichen Auftrag zu festen Vorgaben hinsichtlich der Beitragshöhe: Sie sollen dafür sorgen, dass ihre Versicherten gesund bleiben und im Fall einer Erkrankung ihre Gesundheit wieder herstellen oder wenigstens verbessern können. Die dahinter stehenden medizinischen Leistungen werden als Pflichtleistungen bezeichnet. Ihre Bedeutung wird ausführlich im Artikel „Gesetzliche und private Krankenversicherung kurz erklärt – wofür ist ein Versicherungsvergleich nötig?“ dokumentiert.

Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherungen

Die Bemessung der Beiträge erfolgt nach dem Solidarprinzip und beträgt einheitlich 14,6 % des Bruttoeinkommens (Stand 01.01.2019).  Damit ist es jedoch in aller Regel nicht getan:  Wenn eine Krankenkasse feststellt, dass ihr Bedarf aus den Zuweisungen des Gesundheitsfonds nicht gedeckt werden kann, kann sie von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag verlangen. Fachleute haben bereits 2014 geschätzt, dass dieser vorausichtlich ab 2017 bei zahlreichen Krankenkassen bei 1,5 % bis 1,7 % des Bruttoeinkommens liegen könnte. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2019 0,90 %. Die Zahlung aller Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wird seit 2019 hälftig zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber aufgeteilt.

Für die Beiträge wurde auch eine Höchstgrenze festgelegt, die Beitragsbemessungsgrenze. Diese markiert das maximale Bruttoeinkommen, bis zu dessen Höhe noch der o. g. prozentuale Anteil ermittelt wird. Die Beitragsbemessungsgrenze wird regelmäßig angepasst und liegt derzeit (2019) bei 54.450,00 Euro pro Jahr, das entspricht einem Brutto-Monatseinkommen von 4.537,50 Euro. Daraus ergibt sich der Höchstbeitrag von monatlich 662,48 Euro (4.537,50 Euro x 14,6 %)

Mitversicherung von Familienangehörigen in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenversicherungen versichern die Familienangehörigen (Ehe- oder Lebenspartner, Kinder) kostenfrei mit, sofern sie höchstens 435 Euro pro Monat verdienen. Bei einer geringfügigen Beschäftigung, dem sog. „Minijob“, beträgt die Einkommensgrenze 450 Euro. Für Studenten gelten in der gesetzlichen Krankenversicherung eigene Bedingungen. Eine umfangreiche Darstellung dieses Themas kann auf unserer Partnerseite www.kv360.de nachgelesen werden.

Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung

Der durchschnittliche Zusatzbeitag für 2019 beträgt laut Bundesgesundheitsministerium im Durchschnitt 0,90 % des Bruttoeinkommens.

Gesetzliche Krankenversicherung und Leistungen

Viele von ihnen erweitern den Katalog der gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtleistungen noch um einige Zusatzleistungen. Sie werden ohne Aufschläge angeboten und sind eine attraktive Erweiterung des Leistungsspektrums. Professionelle Zahnreinigungen oder alternative Heilverfahren tauchen beispielsweise relativ oft als Zusatzleistungen auf.
Immer mehr gesetzliche Krankenkassen haben ein Anreizsystem ausgearbeitet, das ihre Versicherten dazu animieren soll, sich gesundheitsfördernd zu verhalten: So wird z. B. die Einhaltung der halbjährlichen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen oder regelmäßiger Sport mit Geldleistungen honoriert.

Gesetzliche Krankenversicherung und Wahlleistungen

Gesetzlich Versicherte können oft freiwillig Wahltarife vereinbaren. Einige von ihnen müssen von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden, das Angebot von anderen erfolgt freiwillig, löst aber für den Versicherten eine Bindungsdauer von mindestens drei Jahren aus. Einer dieser freiwilligen Tarife ist der Selbstbehalttarif: Der Versicherte erklärt sich einverstanden, einen bestimmten Teil der Behandlungskosten selbst zu übernehmen und erhält im Gegenzug von seiner Krankenkasse eine Prämie.

Gesetzliche Krankenversicherung und Pflichttarife

Zu den Pflichttarifen gehört die sog. hausarztzentrierte Versorgung (HZV). Sie wurde 2007 eingeführt und beinhaltet, dass sich der Versicherte im Krankheitsfall zunächst an den Hausarzt wendet, dessen Name bei der Krankenkasse hinterlegt wurde (Ausnahmen: Augen-, Zahn-, Kinder- und Jugendärzte sowie Gynäkologen; außerdem Notfälle und Erkrankungen, die außerhalb der geographischen Erreichbarkeit des Hausarztes auftreten). Die Vorteile liegen darin, dass die gesamte Krankengeschichte eines Versicherten in der Hand eines Arztes liegt und so überflüssige Behandlungen und Wechselwirkungen von Medikamenten vermieden werden können. Es sind allerdings nicht alle Hausärzte berechtigt oder bereit, an diesem Modell teilzunehmen, sodass nicht immer der „Arzt des Vertrauens“ hierfür infrage kommt.

 

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